Hilfe für Helfer

Seit fast 20 Jahren unterstützt der VfR e.V.Leverkusen den Rettungsdienst Leverkusen

 

Der Verein zur Förderung des Rettungsdienstes Leverkusen, kurz VfR, ist ein gemeinnütziger Verein, der 1993 gegründet wurde. Hintergrund der Vereinsgründung war der Gedanke, dass man es für notwendig hielt, sogenannte Open- Teams zu gründen, die aus Gruppen von Freiwilligen bestehen sollten, die sich um die psycho- soziale Unterstützung der Mitarbeiter im Rettungsdienst und die Notfallseelsorge kümmern sollten. Um diesen Gedanken verwirklichen zu können, waren die Gründungsmitglieder auf finanzielle Unterstützung angewiesen, um die Erreichbarkeit des Teams durch Meldeempfänger gewährleisten zu können und dieses aus- und weiterbilden zu können. Des weiteren sollte die medizinische Ausstattung des Rettungsdienstes der Stadt Leverkusen verbessert werden durch Anschaffung von Produkten, die nicht in der Normbeschaffung vorgesehen waren und Fortbildungen für Interessierte angeboten werden, die über das gesetzliche Maß von 30 Stunden im Jahr für Rettungsassistenten hinausgehen.

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen auch heute noch lediglich  die Kosten für alles das, was gesetzlich vorgesehen ist. Alles das, was darüber hinaus geht und von der Feuerwehr für sinnvoll erachtet wird, wird vom Verein organisiert und/ oder kostenmäßig getragen.

Die Gründung erfolgte durch insgesamt sieben Personen, unter anderem dem Feuerwehrbeamten Hans Gerd Schmitz, dem Pfarrer Sommer und dem damaligen Feuerwehrarzt Dr. Stallkamp. Zum heutigen Zeitpunkt hat der VfR etwa 250 Mitglieder. Die Leitung des Vereins hat Hauptbrandmeister Thorsten Kreutz von der Berufsfeuerwehr Leverkusen inne, sein Stellvertreter ist Dr. Frank Eichler, der ärztliche Leiter des Rettungsdienstes der Berufsfeuerwehr Leverkusen.

Der aktuelle Vorstand des VfR: Dr. Frank Eichler (stellvertretender Vorstandsvorsitzender), Thorsten Kreutz (Vorstandsvorsitzender), Markus Leis (Schatzmeister), Kai Oliver Schmitz (v. l. n. r.)

Die ursprüngliche Zielsetzung des Vereins hat sich an die heutige Situation insoweit angepasst, als die medizinische Ausstattung mittlerweile so gut ist, dass an dieser Stelle kaum noch etwas bezuschusst werden muss. Daher rückt die Fortbildung über spezielle Fortbildungsthemen in den Vordergrund, wie beispielsweise speziell auf den Einsatzort Leverkusen zugeschnittene Schulungen, etwa für NEF- Fahrer oder ein Deeskalationstraining, in dem die Angehörigen des Rettungsdienstes lernen, sich in brenzligen Situationen mit aggressiven Patienten oder deren Familien richtig zu verhalten. Außerdem konnten durch die Finanzierung des VfR mehr Rettungsdienstangehörige an einem Traumamanagement zur Behandlung polytraumatisierter Patienten teilnehmen.

 

Auch im Rettungsdienst muss man sich verteidigen können, falls es brenzlig wird.

Zu dem bisherigen Erfolgen des Vereins ist an erster Stelle die Etablierung des Notfalltages als bundesweit anerkannte und bekannte Fortbildungsveranstaltung zu nennen, kann man doch beobachten, dass mittlerweile Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet anreisen. Die Veranstaltung erfährt mittlerweile immer mehr Unterstützung durch die Industrie und in diesem Jahr war sogar der Wechsel der Lokalität erforderlich, da die bisherige Fortbildungsstätte dem Ansturm der Teilnehmer nicht mehr gerecht wurde. Im vergangenen Jahr musste die Fortbildung gar mittels einer Großbildleinwand ins Atrium übertragen werden, da die Kapazität des angemieteten Raumes nicht mehr ausreichend war.

 

 

Wegen Überfüllung geschlossen: der letztjährige Notfalltag musste per Großbildleinwand ins Atrium übertragen werden.

In diesem Jahr hat sich der Verein ferner darum gekümmert, dass die Rettungswagen mit sogenannten Trostteddys für verletzte oder erkrankte Kinder ausgestattet werden. Überreicht man den kleinen Patienten einen solchen Teddy, die von einer Vielzahl ehrenamtlicher Helferinnen handgenäht wurden, bieten diese eine gute Möglichkeit, Zugang zu Kind und Eltern zu bekommen und Vertrauen zu schaffen. Die Eltern können sehen, dass den Mitarbeitern des Rettungsdienstes an dem Wohl ihrer Kind so viel liegt, dass sie in ihrer Arbeit über das hinausgehen, was medizinisch notwendig ist. Und auch die Kinder spüren diese Fürsorge. In Zeiten leerer öffentlicher Kassen und einer Stadt wie Leverkusen, die sich seit Jahren im Nothaushalt befindet, ist eine Finanzierung über den Feuerwehretat nicht mehr möglich.

 

Viele ehrenamtliche Helferinnen haben sich engagiert, um den Kleinsten zu helfen.

Was heute nahezu unvorstellbar ist, war bis vor nur drei Jahren noch Realität: Die alarmierten Rettungskräfte waren bei der Suche nach dem genauen Einsatzort allein auf ihre Ortskenntnisse gestellt. Obwohl in privaten Haushalten bereits weit verbreitet, waren die Einsatzwagen noch nicht mit Navigationsgeräten ausgestattet. Im Jahre 2009 nahm sich der VfR dieser Problematik an und beschaffte aus seinen Mitteln insgesamt 10 Navigationsgeräte, mit denen jeder Rettungswagen und jedes Notarzteinsatzfahrzeug versorgt wurde. Das trug wesentlich zum Stressabbau aller Mitarbeiter bei, da es bei 1600 Straßen im Einsatzgebiet allein im Stadtgebiet Leverkusen, sowie bei überörtlicher Hilfe auch im Rheinisch- Bergischen- Kreis, Köln und Kreis Mettmann, fast unmöglich ist, immer fehlerfrei zu agieren und gerade die Suche nach der richtigen Hausnummer kann sich- besonders bei Dunkelheit- als schwierig erweisen. Heute ist die Lage die, dass alle Neufahrzeuge mit Navigationsgeräten ausgeliefert werden.

Bei der Berufsfeuerwehr Leverkusen besteht ein sogenanntes PSU- Team, ein Team zur psycho- sozialen Unterstützung und Betreuung von Einsatzkräften nach problematischen und belastenden Einsätzen, wie beispielsweise einer Kinderreanimation. Dieses Team wurde zwar unabhängig vom VfR gegründet, jedoch waren die oben bereits erwähnten Open- Teams, die die Kompetenzbereiche von PSU und Notfallseelsorge noch nicht dividiert hatten, Vorläufer dieser Einrichtung. Heute wird das PSU- Team mit Infomaterial und Fortbildungen unterstützt, ebenso die Notfallseelsorge.

Die Arbeit des VfR wird vom Vorstand und seinen weiteren Mitarbeitern vollumfänglich in der Freizeit wahrgenommen. Jeder, der Interesse hat, die Vereinsarbeit zu unterstützen, kann Mitglied werden. Der jährliche Mitgliedsbeitrag liegt bei 10€, wobei einige Mitglieder von sich aus auch größeren Geldzuwendungen vornehmen.

 

Autorin: N. Kreutz

Artikel erschienen im SK Verlag Zeitschrift Rettungsdienst

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